Ohne gute Ausbildung
keine Karriere

Qualifizierung wird groß geschrieben im Einzelhandel

Rund 160.000 Auszubildende und intensive Weiterbildungsleistungen der Unternehmen und der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unterstreichen dies. Und bei den vielfältigen Wandlungsprozessen im Einzelhandel muss es auch so sein, dass lebensbegleitendes Lernen hohe Bedeutung im Handel hat.

Grundlage für jede Karriere im Einzelhandel ist eine gute Ausbildung - entweder in einem der Ausbildungsberufe des dualen Ausbildungssystems oder in einem handelsorientierten Studiengang. Auch wenn aufgrund der zunehmenden Komplexität der Handelsprozesse und der wachsenden Internationalisierung vieler Handelsunternehmen der Akademikeranteil im Handel steigt, gilt nach wie vor, dass die praktische Berufserfahrung, die fundierte Kenntnis der Aufgaben am Point of Sale unerlässlich sind, um eine Karriere im Handel zu starten.

Daher gehört der Handel nach wie vor zu den Wirtschaftsbereichen, in denen das Wort von der "Karriere mit Lehre" absolut zutrifft: Viele Führungskräfte bis in die ganz hohen Positionen hinein und natürlich viele selbständige Händler haben ihre Berufslaufbahn mit einer fundierten Berufsausbildung im Handel begonnen.

Der Einzelhandel bildet entsprechend dem differenzierten Qualifikationsbedarf in einer großen Zahl von Berufen aus. Dazu zählen zum Beispiel:

- Gestalter/Gestalterin für visuelles Marketing
- Kaufmann/Kauffrau für Bürokommunikation
- Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel
- Bürokaufmann/Bürokauffrau
- Fachkraft für Lagerlogistik
- Fachlagerist/Fachlageristin
- Fachinformatiker/Fachinformatikerin
- Informatikkaufmann/Informatikkauffrau - Fachbereich Handel
- Drogist/Drogistin
- Florist/Floristin
- Tankwart/Tankwartin
- Automobilkaufmann/Automobilkaufrau
- Buchhändler/Buchhändlerin
- Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk
- Fachmann/Fachfrau für Systemgastronomie
- Koch/Köchin
- Kosmetiker/Kosmetikerin
- Bodenleger/Bodenlegerin
- Fahrradmonteur/Fahrradmonteurin
- Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice
- Fotomedienfachmann/fachfrau
- Musikfachhändler/fachhändlerin.

Die wichtigsten Ausbildungsberufe des Einzelhandels sind aber die zum 01.08.2004 gründlich modernisierten

Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel mit derzeit fast 80.000 Auszubildenden

und

Verkäufer/Verkäuferin mit über 46.000 Auszubildenden.

Und nach der erfolgreichen Ausbildung kann die Karriere im Handel richtig beginnen.

Wichtige Anforderungen sind:
- engagierte Berufstätigkeit im Ausbildungsbetrieb oder einem anderen Betrieb des Handels
- stete Weiterbildung - in Seminaren, Lehrgängen und durch E-Learning, vor allem aber auch in der Arbeit,
- in größeren Unternehmen wird auch die Bereitschaft zu einer gewissen regionalen Mobilität gefordert, damit man auf "dem Weg nach oben" unterschiedlich große Filialen und auch Verbraucherstrukturen kennen lernt.

Wichtige Karrierestationen im Einzelhandel sind (zwischen den unterschiedlichen Unter-nehmenstypen und -größen gibt es Abweichungen hinsichtlich der Bezeichnungen und Hierarchiestufen):

- Erstverkäufer, Erstverkäuferin
- Substitut, Substitutin (auch stellvertretende/r Abteilungsleiter/in)
- Verkaufsstellenleiter, Verkaufsstellenleiterin
- Filialleiter, Filialleiterin
- Abteilungsleiter, Abteilungsleiterin
- Bezirksleiter, Bezirksleiterin
- Einkäufer, Einkäuferin; Werbeleiter, Werbeleiterin; Personalleiter, Personalleiterin
- Geschäftsführer, Geschäftsführerin
- selbständige/r Unternehmer, Unternehmerin.

Weitere Informationen zu den einzelnen Ausbildungsberufen gibt es unter
 http://www.einzelhandel.de/pb/site/hde/node/28125/Lde/index.html
Durchlässigkeit der Ausbildung im Handel

Viele Verkäufer/innen führen ihre Ausbildung im Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel fort – mehr als bisher bekannt. Hervorzuheben ist, dass keineswegs nur die Kaufleute im Einzelhandel, sondern auch gute Verkäufer in Nachwuchsfördergruppen aufgenommen werden und somit gute Karrierechancen haben. Nicht allein der Ausbildungsabschluss, sondern auch die Leistungen in der betrieblichen Praxis sind für die beruflichen Perspektiven wichtig.

Mit Einführung der gestreckten Abschlussprüfung für die Kaufleute im Einzelhandel 2009 sind zudem die Chancen der Verkäufer auf den Durchstieg in die Kaufleuteausbildung gestiegen. Nunmehr werden die schriftlichen Leistungen der Verkäuferprüfung als Teil I der Kaufleuteprüfung gewertet und brauchen nicht noch einmal erbracht zu werden, wenn die Ausbildung in einem Anschlussvertrag im dreijährigen Beruf fortgeführt wird. In der Prüfung gibt es dann nur noch einen schriftlichen Prüfungsbereich und ein Fallbezogenes Fachgespräch. Diese Prüfungsstruktur trägt sicher dazu bei, dass häufiger zunächst Verkäuferverträge geschlossen werden, die bei guter Prüfungsleistung mit einem Anschlussvertrag ergänzt werden.

Nach aktuellen Berechnungen des BIBB gab es im Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel in 2010 bereits 6.060 Anschlussverträge (in einer engeren Definition von Anschlussvertrag, die auf eine weitere Ausbildungsdauer von max. 12 Monaten abstellte, waren es bei ebenfalls guten Zuwächsen gegenüber dem Vorjahr erst 3.493). Dies entspricht rund 18% aller neuen Verträge in diesem Beruf oder aber - bezogen auf die bestandenen Prüfungen im Verkäuferberuf - 30,6% der erfolgreichen Verkäuferlehrlinge. Übrigens: Die Anschlussverträge zählen in der BIBB-Erhebung zum 30.09. nicht zu den neu abgeschlossenen Verträgen (bei den Kaufleuten im Einzelhandel waren dies 2010 insgesamt 29.740; streng genommen müssen zur Berücksichtigung der gesamten Ausbildungsleistung in diesem Beruf beide Zahlen addiert werden.

Daraus folgt, dass inzwischen beinahe jede/r dritte Verkäufer/in die Ausbildung nach bestandener Abschlussprüfung fortführt. Die verbesserten Möglichkeiten zum Durchstieg nach der Verkäuferausbildung in den Kaufmannsberuf werden von den Unternehmen gut genutzt. Dies belegt einmal mehr, dass der zweijährige Verkäuferberuf kein „Sackgassenberuf“ ist, sondern voll und ganz in die Aufstiegswege im Handel integriert ist. Auch ermöglicht die Verkäuferausbildung den direkten Durchstieg in die Aufstiegsfortbildungsgänge zum Handelsfachwirt oder zum Handelsassistenten.

Kontakt

Einzelhandels- und
Dienstleistungsverband
Bergisches Land e.V

Altenberger-Dom-Straße 200
51467 Bergisch-Gladbach

Telefon: 02202 93 59 – 555
Telefax: 02202 93 59 - 557

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